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Besteigung des Mount Meru (4.566m) in Tansania

Mount Meru

Es muss nicht immer der Kilimandscharo sein. Alle Infos zur traumhaften Besteigung des Mount Meru in Tansania. Wir haben den anspruchsvollen Aufstieg gewagt.

Anreise zum Mount Meru

Der Aufstieg zum Mount Meru startet im Arusha Nationalpark am Momella Gate. Wie der Name schon sagt liegt der Arusha Nationalpark nahe einer der größten Städte Tansania’s, Arusha. Die Stadt selbst hat einen kleinen Regionalflughafen, der aber nur mit kleinen Maschinen angeflogen werden kann. Wesentlich größer ist da schon der Kilimanjaro International Airport der auch direkt von einigen europäischen Fluggesellschaften angeflogen wird.

Mount Meru

In der Cessna von Daressalam nach Arusha

Ansonsten empfiehlt sich der Umweg über Dar Es Salaam und dann die Weiterreise nach Moshi oder Arusha (die meisten Agenturen für den Mount Meru sitzen in Arusha, einige in Moshi). Von Daressalaam verkehren auch Busse nach Arusha und Moshi. Die Fahrt dauert in der Regel einen Tag. Vorsicht aber diese sind nicht immer zuverlässig und der Fahrstil der Fahrer lässt stark zu wünschen übrig. Zu den zuverlässigeren Gesellschaften zählen Dar Express und Metro Express. Die Tickets sollten im Voraus im Internet gebucht oder bei einer lokalen Agency gekauft werden (hier sollte man den Preis aber vorher kennen, sonst zahlt man gerne zuviel).

Beste Zeit zur Besteigung

Der Mount Meru kann das ganze Jahr über bestiegen werden. Hauptzeiten (und damit auch die höchsten Preise) für die Besteigung sind Juni/Juli und von Dezember bis Februar. In dieser Zeit solltest Du Deine Besteigung rechtzeitig buchen. Sonst sind auch spontane Besteigungen möglich. In der Regenzeit von März bis Mai ist verstärkt mit Niederschlägen und Wetterwechseln zu rechnen, eine Besteigung ist aber dennoch möglich.

Routen zum Aufstieg des Mount Meru

Der Aufstieg zum Mount Meru erfolgt grundsätzlich über die Momella Route und dauert in der Regel 3-4 Tage. Je nachdem wie fit Du bist kannst Du die richtige Variante für Dich auswählen. Wir waren in zwei Tagen auf dem Gipfel (würde ich ohne Akklimatisierung nicht mehr machen) und haben uns dann für den Abstieg zwei Tage Zeit gelassen.

EtappeKMHM hochHM runterGehzeit
Unsere Variante
1. Momella Gate - Miriakamba Hut (Southern Route)141000m-4-5 Std.
2. Miriakamba Hut - Saddle Hut - Gipfel Mount Meru - Saddle Hut182.000m1.000m12 Std.
3. Saddle Hut - Miriakamba Hut6-1.000m3 Std.
4. Miriakamba Hut - Momella Gate (Northern Route)6-1000m2-3 Std.
Normale 4-Tages Variante
1. Momella Gate - Miriakamba Hut (Southern Route141.000m-4-5 Std.
2. Miriakamba Hut - Saddle Hut - Little Mount Meru - Saddle Hut121.300m300m5-6 Std.
3. Saddle Hut - Gipfel Mount Meru - Saddle Hut - Miriakamba Hut241.000m2.000m12 Std.
4. Miriakamba Hut - Momella Gate (Northern Route)6-1.000m2-3 Std.

Download: GPS Track (.gpx)

Ausrüstung und Packliste für den Mount Meru

Der Mount Meru ist mit 4.565m der fünfthöchste Berg Afrika’s und neben dem Kilimandscharo der zweithöchste Berg Tansania’s. Die Maßstab sollte einem schon verdeutlichen, dass der Berg auf keinen Fall zu unterschätzen ist. Über 3.000m können die Temperaturen leicht unter null Grad liegen. Wir wurden beim Abstieg vom Gipfel von dichtem Nebel und einem heftigen Hagelschauer begleitet. Aus diesem Grund ist für den Mount Meru auf jeden Fall hochalpine Ausrüstung für den Notfall erforderlich, auch wenn Du generell eher mit deutlich höheren Temperaturen rechnen kannst. Natürlich empfehlen sich aufgrund der Kletterei Bergstiefel, zumindest der Kategorie B und Trekkingstöcke um die Gelenke zu schonen. Unsere ausführliche Packliste für den Mount Meru mit allen wichtigen Gegenständen für Deine Ausrüstung findest Du hier.

Download: Packliste Mount Meru (.pdf)

Die richtigen Agencies für den Mount Meru

Momentan (Stand November 2016) kann der Mount Meru nicht individuell bestiegen werden. Es gab wohl Probleme mit einigen Bergsteigern, die an den Hütten keine Versorgung hatten und ihren Müll hinterlassen haben. Deswegen musst Du Deine Besteigung leider auf jeden Fall über eine Agency inklusive Guide buchen. Du kannst aber Kosten sparen, wenn Du Dein Gepäck zum Beispiel selbst trägst und auf Träger verzichtest. Auch beim Essen (was dann wieder einen Koch bedeutet) gibt es Verhandlungsspielraum. Da wir eher den Vergnügungsaspekt im Vordergrund hatten haben wir uns für ein Wohfühlpaket mit Koch und Trägern entschieden. Die Besteigung sollte in der Regel zwischen 700 und 850 USD pro Person (bei der Viertagesbesteigung) kosten. Wir haben unsere Besteigung des Mount Meru mit Mega Adventures absolviert, die Jungs sitzen in Moshi und haben einen super Job gemacht.

Ein immer wieder gerne diskutierter Punkt sind die Trinkgelder für die Jungs, die einem beim Aufstieg unterstützen. Ich habe hier mal eine grobe Richtlinie basierend auf verschiedenen Gesprächen und Quellen erstellt, die Preise gelten für den viertägigen Aufstieg pro Gruppe.

  • Guide 60-70 USD
  • Koch 30-35 USD
  • Träger 20-25 USD

Erste Etappe zur Miriakamba Hut (Southern Route)

Die erste Etappe bei der Besteigung des Mount Meru führt uns vom Momella Gate zur Miriakamba Hütte. Am Momella Gate wird noch der Papierkram erledigt bevor wir uns endlich auf den Weg machen können. Begleitet von einem bewaffneten Ranger mit ordentlicher Schusswaffe (schließlich sind wir nicht umsonst in einem Nationalpark mit vielen wilden Tieren unterwegs) machen wir uns auf die ersten Kilometer. Da nicht für jede einzelne Gruppe ein Ranger benötigt wird trifft man hier auch mit anderen Gruppen zusammen. Wenn Du lieber alleine unterwegs bist solltest Du das Deiner Agency ausdrücklich mitteilen.

Mount Meru

Unser persönlicher Geleitschutz

Zu Beginn folgen wir der Fahrstraße über die wir gekommen sind und biegen dann nach rechts über eine Brücke ab. Die erste Etappe zur Miriakamba Hütte ist etwa 14 Km lang und es sind 1000 Hm zu überwinden, wenn der Weg über die Southern Route (breiter Weg) gewählt wird. Die Träger verwenden meist die sog. Northern Route. Hierbei handelt es sich um einen schmalen Pfad, der direkt den Berg hinauf führt und so die Distanz auf 6km verkürzt. Wir haben uns für die Southern Route auf den Mount Meru entschieden und für diese erste Etappe zur Miriakamba Hut vier Stunden benötigt. Eingeplant waren fünf bis sechs Stunden. Man sollte aber auch entsprechend seiner Kondition nicht zu schnell laufen und sich seine Kraft für die Gipfeletappe aufsparen.

Der größte Teil der Etappe führt uns durch mehr oder weniger dichte Wälder die uns ihren Schatten spenden und vor der Hitze und den auch auf dieser Höhe brennenden Sonnenstrahlen schützen. Als erstes Etappenziel erreichen wir nach etwa 1,5 Stunden den Fig Arch Tree. Einen großen Feigenbaum, der über den Weg gespannt das Eingangstor zum Aufstieg zum Mount Meru bietet. Die Straße schlängelt sich mal mehr mal weniger steil den Berg hinauf. Außer einer guten Kondition und ausreichend Wasser und Verpflegung brauchst Du auf dieser ersten Etappe nichts mitzubringen. Kurze Abschnitte auf schmalen Waldpfaden lassen einen noch tiefer in den Regenwald im Arusha Nationalpark eintauchen. Immer wieder können wir dabei Büffel, Antilopen und Affen beobachten. Achtung die Affen klauen auch gerne Essen oder andere lose herumliegende Gegenstände und sind manchmal äußerst hartnäckig. Lassen sich aber mit etwas Einsatz vertreiben.

Nach etwa 2,5 Stunden Aufstieg biegen wir nach links vom regulären Weg ab und erreichen einen kleinen Wasserfall (Maio Falls) mit einer Lichtung die zu einer kurzen Pause einläd. Der letzte Abschnitt bevor wir die Miriakamba Hütte erreichen führt über eine eindrucksvolle Ebene. Hier macht sich der Einsatz des Rangers bezahlt auf dem Weg zum Mount Meru bezahlt. Beobachtet uns doch vom Wegesrand ein einzelner Büffel mit sicherem Abstand. Diese Tiere gelten als besonders aggressiv weil sie von der Herde verstoßen worden sind. Nach einem kurzen Abstieg erreichen wir erschöpft aber glücklich die Miriakamba Hütte auf etwas mehr als 2.500m. Die Träger waren natürlich schon vor uns da und so können wir direkt unsere Zimmer beziehen. Die Besucherhütten bestehen aus sehr gepflegten Viererzimmern, die jeweils mit zwei Doppelstockbetten bestückt. Hinter den beiden Hütten gibt es Waschbecken und Toiletten. Wenn nicht gerade Wasserknappheit ist, ist sogar eine Dusche vorhanden.

Mount Meru

Blick von der Miriakamba Hut auf den Mount Meru

Tag 2 – Zum Gipfel des Mount Meru

Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf die Gipfeletappe auf. Normalerweise geht man von der Miriakamba Hut weiter zur Saddle Hut bevor man sich um Mitternacht auf die Gipfeletappe aufmacht. Vorher hat man noch die Möglichkeit einen Abstecher zum Little Mount Meru (3.800m) zu machen, dort etwas zu verweilen um sich akklimatisieren und danach zur Saddle Hut zurückzukehren. Wir haben uns aber entschieden direkt von der Miriakamba Hut über die Saddle Hut auf den Mount Meru zu steigen und danach zur Saddle Hut zurückzukehren. Diese Variante wird auch oft gewählt wenn man auf den Mount Meru in drei Tagen steigen möchte. Hier ist vor allem die verkürzte Akklimatisierungsdauer zu beachten, da man direkt von 2.500m auf den Gipfel auf 4.565m aufsteigt.

Mount Meru

Blick beim Aufstieg zur Saddle Hut auf den Kilimandscharo

Gesagt getan machen wir uns auf den den ersten Teil unseres Anstiegs zur Saddle Hut. Der Weg führt über einen schmalen Pfad steil den Berg hinauf. Unterwegs hat man immer wieder die Möglichkeit eine spektakuläre Aussicht auf den Kilimanjaro zu genießen.  Nach einer knappen Stunde Aufstieg erreichen wir Topela Mbogo umd dann nach weiteren 30 Minuten am Mgongo Wa Tembo (3.050m) eine erste längere Trinkpause einzulegen. Von hier hast Du eine tolle Aussicht in den Krater und zum Kilimanjaro. Oftmals ist dieser auf einer dichten Wolkendecke gebettet. Das manchmal nicht die größten Tiere die gefährlichsten sind konnten wir hier am eigegen Leib erfahren. Wenn Dir Dein Ranger bedeutet möglichst schnell einen riesen Bienenschwarm neben dem Weg zu passieren nimmst Du auch Deine Beine in die Hand.

Beim Anstieg zur Saddle Hut sind etwa 1000 Hm über sechs Kilometer zu überwinden. Je nach Fitness solltest Du dafür nicht länger als drei bis vier Stunden brauchen. Wie haben die Saddle Hut gegen zehn Uhr erreicht. Jetzt nochmal für den Gipfel des Mount Meru mit einem ordentlichen zweiten Frühstück stärken. Schließlich sind noch einmal etwa 1.000 Hm zu überwinden und im Gegensatz zu den anderen Etappen ist auch ordentlich Kletterei angesagt.  Ein leichter Druck auf den Kopf erinnert uns daran auf welcher Höhe wir uns befinden. Aber alles läuft flüssig und wir machen uns auf den Weg zum Gipfel.

Mount Meru

Pause an der Saddle Hut bevor es auf den Gipfel geht

Als erstes geht es in einer knappen Stunde relativ entspannt auf breiten Wegen zum Rhino Point auf 3.800m. Von dort führt der Weg auf und neben dem Kamm auf den Mount Meru. Nach links hat man immer wieder eine tolle Aussicht auf (einfügen: eingebrocher Vulkankrater). Neben kleinen Klettereinlagen an Felswänden kosten vor allem die Wege aus Lavasand einiges an Kraft. Stell Dir einfach vor Du bist am Strand wandern. Immer wieder sinkst Du ein und rutscht ein Stück zurück. An den Felswänden gibt es teilweise mit Drahtseil versicherte Passagen, aber alles ist im Rahmen. Natürlich war auch unser Wetterglück hold.

Nachdem uns am vorangegangenen Tage die Sonne ordentlich gebraten hat, begleitet uns nun dichter Nebel und Temperaturen um den Nullpunkt beim Aufstieg auf den Mount Meru. Nachdem wir die 4.000 Hm passieren merken wir zunehmends wie uns die dünne Luft zu schaffen macht. Wahrscheinlich war es auch etwas ambitioniert über 2.000 Hm auf dieser Höhe auf einmal zu überwinden. Stück für Stück kämpfen wir uns dem Gipfel entgegen. Alle ein paar Metern gilt es Luft zu holen. Nach der letzten steilen Klettereinlage aber wir es schließlich erschöpft aber glücklich auf den Gipfel geschafft. Wir waren um etwa 15:00 Uhr auf dem Gipfel.

Wenn Du mit dem Aufstieg um Mitternacht beginnst ist das Ziel in der Regel bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. Vom Gipfel des Mount Meru machen wir uns auf den zwei bis drei stündigen Abstieg zur Saddle Hut. Mit schmerzenden Gelenken und begleitet von einem Hagelschauer sehnen wir uns der Hütte entgegen. Am Horizont beginnt die Sonne langsam zu sinken un erinnert uns daran, dass es wohl besser wäre die Hütte vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Das haben wir nicht ganz geschafft aber halb so schlimm – gegen 18:30 Uhr kommen wir an der Saddle Hut an. Für das leckere Essen haben wir leider nicht mehr soviel übrig. Wir waren jetzt über elf Stunden unterwegs und haben wir für einen Gipfeltag auf dieser Höhe üblich mit den Folgen zu kämpfen. Nach ein paar kleinen Happen und viel Tee verkriechen wir uns in den Schlafsack und warten darauf, dass unser Körper wieder Temperatur entwickelt. Von der Miriakamba Hut hast Du auch noch die Möglichkeit einen Abstecher zum Meru Crater Floor zu machen.

Tag 3 – Von der Saddle Hut zur Miriakamba Hütte

Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht fühlen wir uns als hätten wir die ganze Nacht durchgefeiert. Ein ordentliches Frühstück hilft unserem Körper aber sich langsam wieder auf ein gewisses Leistungsniveau einzupegeln. Heute steht der entspannte Abstieg von der Saddle Hut zur Miriakamba Hut an. 1000 Hm nach unten ohne große Anstrengung, da kommt der Kreislauf wieder in Schwung und man kann die Gelenke etwas auslockern.

Nachdem wir bereits Mittags die Miriakamba Hütte erreicht haben entscheiden wir uns noch für einen Rundgang über das angrenzende (Plateau Name einfügen). Die zum Fuss des Mount Meru liegende Ebene vermittelt uns das Gefühl direkt im Jurassic Park gelandet zu sein. Von zwei Seiten vom Massiv des Mount Meru eingekesselt liegt hier eine spektakuläre Steppen- und Waldlandschaft. Mit etwas Glück kannst Du hier auch Elefanten, Büffeln, Löwen und Antilopen begegnen, weswegen Du auch nicht ohne Ranger unterwegs sein solltest.

Tag 4 – Miriakamba Hütte zum Momella Gate (Northern Route)

Am letzten Tag müssen wir noch von der Miriakamba Hütte zu unserem Ausgangspunkt dem Momela Gate zurück. Damit wir nicht zweimal die gleiche Route laufen müssen wählen wir die sogenannte Northern Route. Dieser schmale Pfad ist kürzer als die Southern Route, die auch von Jeeps genutzt werden kann. Während des Abstiegs hast Du eine tolle Aussicht auf den Momela Lake und den Arusha Nationalpark. Nach etwa 1000 Hm Abstieg erreichen wir eine malerische Ebene.

Mount Meru

Eine Herde Büffel beim Abstieg über die Northern Route

Wir biegen nach rechts ab und machen eine kurze Pause an einem größeren Wasserfall. Hier entsteht der Bach, der die Ebene mit Wasser speist. Da es von hier zum Momela Gate nur noch zirka eine halbe Stunde Gehteig ist und die Füße nicht mehr groß beansprucht werden spricht auch nichts gegen eine kalte Dusche unter dem Wasserfall. Am Ausgangspunkt zu unserer Tour auf den Mount Meru gibt es noch eine kalte Cola und unserere Gipfelstürmer Zertifikate bevor es mit dem Jeep zurück nach Moshi geht.

2 Kommentare

    • Vielen Dank 🙂 Es war wirklich ein Abenteuer und nach der Rückkehr vom Gipfel haben wir uns erstmal gefragt warum wir uns das eigentlich antun… Aber nach etwas Erholung waren wir mega froh es durchgezogen zu haben und planen schon die nächsten verrückten Dinge…

      Liebe Grüße

      Sebastian

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