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Canon EOS 100D – Test und Erfahrungsbericht der Reisekamera

Canon EOS 100D

Du suchst die perfekte DSLR für Reise- und Landschaftsfotografie. Hier berichte ich von meinen Erfahrungen mit der Canon EOS 100D als Reisekamera.

Inhalt

  1.    Auswahlkriterien für meine Kamera
  2.    Vor- und Nachteile von Systemkameras
  3.    Vor- und Nachteile von Spiegelreflexkameras
  4.    Die Canon EOS 100D
  5.   Gehäuse und Bedienung
  6.   Technik und Bildqualität
  7.    Empfehlenswerte Objektive
  8.   Passendes Zubehör
  9.    Fazit

Um für den Blog und privat professionelle und schönere Bilder machen zu können habe ich mich nach einer neuen Kamera umgesehen. Nachdem ich zugegebenermaßen die ersten Fotos für den Blog mit dem Handy gemacht habe, war ich mit der Qualität und der Auflösung der Bilder schnell unzufrieden. Ich möchte hier nun keine technische Analyse machen, sondern Dir von meinen Erfahrungen mit der Canon EOS 100D berichten und warum ich mich für diese Kamera entschieden habe.

In die engere Auswahl kamen für mich spiegellose Systemkameras und Spiegelreflexkameras mit APS-C Sensor, da der Sensor natürlich eine wesentliche Rolle für die Bildqualität spielt. Kameras mit APS-C Sensor werden heute vom Amateur bis in den semi-professionellen Bereich eingesetzt. Professionelle Fotografen setzen eher auf Vollformat Kameras (welche teurer und in der Regel schwerer sind).

Und da wir als Teilzeitblogger auch stets unseren Geldbeutel im Blick haben, soll die Kamera natürlich auch über ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis und über ein möglichst großes und günstiges Zubehörprogramm verfügen.

Meine Anforderungen und letztlich Kaufkriterien waren also folgende Punkte:

  • Gute Bildqualität
  • Manuelle Bildeinstellungen und professionelle Bedienung (zum Beispiel Sucher)
  • Kompakte Maße und geringes Gewicht
  • Breites Zubehör- und Objektivprogramm
  • Preis-/Leistungsverhältnis

Spiegellose Systemkameras

Spiegellose Systemkameras wie zum Beispiel die Canon EOS M verfügen über einen APS-C Sensor und orientieren sich von der Größe eher an Kompaktkameras.  Je nach Ausstattungsniveau verfügen die Kameras neben dem großen Display auf der Rückseite über einen Sucher zur besseren Bildkontrolle.

Die großen Vorteile von Systemkameras sind natürlich die kompakten Abmessungen und das geringe Gewicht. Das verursacht in meinen Augen aber auch einen wesentlichen Nachteil dieser Kameras. Da einzelne Komponenten wie zum Beispiel der Bildsensor genauso viel Platz wegnehmen wie in Spiegelreflexkameras steigen die Kosten für andere Komponenten (zum Beispiel Elektronik, Speicher, etc.) da diese natürlich wesentlich kleiner ausfallen müssen um die kompakten Baumaße der Kamera zu ermöglichen. Auch für einen großen Akku ist dann im Gehäuse kein Platz mehr.

Durch die Vielzahl an Herstellern von Systemkameras und die relativ kurzen Lebenszyklen fällt nach meiner bisherigen Recherche das Zubehör und Objektivprogramm im Vergleich zu Spiegelreflexkameras recht überschaubar aus, dazu kommt noch, dass durch die geringe Auswahl die Preise Vergleichsweise hoch sind, da hier Dritthersteller dann auch nicht so gerne aufspringen.

Also noch einmal zusammengefasst:

Pro:

  • Geringes Gewicht und Abmessungen
  • Hohe Bildqualität

Contra:

  • Hoher Preis
  • Geringe Batterielaufzeit
  • Kleines Zubehör- und Objektivprogramm

Spiegelrexkameras mit APS-C Sensor

Spiegelreflexkameras oder DSLR gibt es heute für einen breiten Anwendungsbereich. Von der Einsteigerkamera, Gehäusepreise starten bereits unter 300 EUR, bis in den Profibereich, wo Preise leicht 1.000 EUR überschreiten, werden Spiegelreflexkameras heute in einer sehr weiten Bandbreite angeboten. Zu den wichtigsten Herstellern zählen Canon, Nikon, Sony und Pentax.

Digitale Spiegelreflexkameras gibt es seit Anfang der 2000er Jahre am Markt. Die Technologie ist heute sehr ausgereift und die Kameramodelle der einzelnen Hersteller stark vergleichbar. Für alle Kameras gibt es ein breites Zubehör- und Objektivprogramm der Kameraersteller und von Drittanbietern.

Digitale Spiegelreflexkameras unterscheiden sich im Wesentlichen durch technische Hilfsmittel wie Qualität und Anzahl der Autofokussensoren,  Anzahl der Bilder pro Sekunde und Einstellungsmöglichkeiten- und Optionen, wie zum Beispiel einem extra Display zur Überprüfung der Bildeinstellungen. Der Faktor Bildqualität wird durch den Bildsensor und durch den Bildprozessor bestimmt, diese sind im Wesentlichen bei allen Geräten einer Generation innerhalb der einzelnen Hersteller vergleichbar.

Aufgrund der professionellen Ansprüche denen Spiegelreflexkameras meist genügen müssen und der vielfältigen Bedienoptionen fallen Abmessungen und Gewicht meist etwas größer aus. Die meisten Gehäuse wiegen 600-700 Gramm oder mehr. Eine Ausnahme bildet hier die Canon EOS 100D mit einem Gehäusegewicht von 410 Gramm.

Pro:

  • Hohe Bildqualität
  • Lange Batterielaufzeit (variiert je nach Modell)
  • Großes Zubehör- und Objektivprogramm
  • Breites Preisspektrum für jeden Anspruch

Contra:

  • Große Abmessungen und hohes Gewicht

Die Canon EOS 100D

Aufgrund der genannten Kriterien habe ich mich für die Canon EOS 100D entschieden. Bei einem Reisegewicht von 610 Gramm (inklusive 18-55mm Kit-Objektiv) und einem Kaufpreis von 350 EUR erschien diese Kamera mir als ein idealer Kompromiss zwischen den Abmessungen einer Systemkamera und der Ausgereiftheit einer Spiegelreflexkamera. Doch nun dazu mehr im Einzelnen.

Gehäuse und Bedienung

Aufgrund meiner vielen Wanderungen, Bergtouren und Reisen waren die Abmessungen und das Gewicht für mich ein wesentlicher Entscheidungsfaktor bei der Wahl meiner Kamera. Mit einem Gehäusegewicht von 410 Gramm sowie Abmessungen von 117x91x69 mm ist die Kamera die kleinste DSLR, die momentan am Markt erhältlich ist.

Natürlich fällt dadurch das Gehäuse weniger griffig als bei großen Spiegelreflex-Modellen aus, jedoch liegt die Kamera für meine Begriffe gut in der Hand.

Über ein Schnellwahlrad hast Du Zugriff auf die einzelnen Motiv- und Kreativprogramme, sowie den manuellen Modus und den Filmmodus. Weiterhin gibt es separate Knöpfe für die wichtigsten Bildeinstellungen, wie Belichtungszeit, Blende, ISO-Wert, AF-Modus und mehr.

Alle anderen Einstellungen lassen sich schnell über den perfekt reagierenden Touchscreen der Canon EOS 100D vornehmen. Die Kamera teilt Ihre technischen Fähigkeiten mit der Canon EOS 700D. Dadurch muss sie leider auch auf ein paar Profifeatures, wie zum Beispiel eine digitale Wasserwaage zur Ausrichtung auf einem Stativ, verzichten.

Wichtiges Kriterium für meine Auswahl der Canon EOS 100D war auch der Sucher, der 95% des Blickfelds abbildet und natürlich auch im unteren Bereich die Bildeinstellungen anzeigt.

Technik und Bildqualität

Die Canon EOS 100D verfügt über einen APS –C Sensor mit 18 Megapixel (der gleiche wie bei der Canon EOS 700D und der Canon EOS 7D). Hierdurch können die Bilder die Du mit der Kamera machst auch locker auf großen Formaten ausgedruckt werden.

Filme nimmt die Kamera maximal in Full-HD (1080p mit 24 Bildern/sec) auf. Höhere Bildraten sind in niedrigeren Auflösungen möglich. Dadurch eignet sich die Kamera in Kombination mit einem Zoomobjektiv auch hervorragend um Videos für den Blog zu produzieren. Hier wäre es noch schön gewesen, wenn man das Display ausklappen könnte.

Grundsätzlich beherrscht die Kamera einen ISO-Bereich von 100 bis 25.600. Ich versuche meine Aufnahmen stets in ISO 100 anzufertigen da (wie bei allen anderen Kameras auch) hier die Bildqualität am höchsten und das Bildrauschen am geringsten, bzw. nicht vorhanden ist. Bis ISO 1.600 können sich die Aufnahmen der Canon EOS 100D aber auf jeden Fall blicken lassen. Perfekt für Einsätze im Dunkeln, auch wenn das Objektiv mal nicht so lichtstark ist.

Hier findest Du viele Beispielbilder von der Canon EOS 100D

Der Autofokus reagiert (was natürlich auch vom Objektiv abhängt) zielgenau und schnell. Wenn Du in den Live-View Modus gehst wird es manchmal etwas träge. Ich finde aber, dass die Verzögerung sich im Rahmen hält.

Als Landschafts- und Reisefotograf spielen für mich Werte wie Anzahl der Bilder pro Sekunde keine Rolle, wodurch ich hier recht wenig sagen kann.

Empfehlenswerte Objektive

Ich habe mich für die Canon EOS 100D aufgrund ihres geringen Gewichts entschieden. Natürlich macht es da Sinn auch bei der Auswahl meiner Objektive auf selbiges zu achten. Meine Bilder werden privat oder auf dem Blog hauptsächlich am Rechner angeschaut und nur in weniger Fällen (zum Beispiel als Leinwand) ausgedruckt.

Als absolut unterschätzt würde ich das Canon Kit-Objektiv 18-55mm IS STM bewerten. Es deckt die wichtigsten Brennweiten von Weitwinkel bis Normalbrenntweite ab und eignet sich damit für Landschafts-, Architektur- und Portraitfotografie. Und das bei einem Kampfgewicht von gerade einmal 200 Gramm. Zwar kann man die Schärfe nicht mit einer Festbrennweite vergleichen, dafür bist Du für die meisten Aufnahmesituationen gerüstet. Zu guter Letzt verfügt dieses Objektiv sogar über einen Bildstabilisator.

Wenn ich das letzte Quäntchen Schärfe und eine etwas größere Offenblende (sprich kürze Belichtungszeit brauche setzt ich auf das Canon 24mm f2.8 ISM Pancake Objektiv. Hierbei handelt es sich um eine Festbrennweite mit einem super Preis-/Leistungsverhältnis. Die Linse ist knackscharf und hat eine tolle Farbwiedergabe. Noch dazu wiegt dieses Objektiv gerade einmal 125 Gramm. Durch die kompakten Abmessungen des Pancake Objektivs wird die Canon EOS 100D super handlich.

Demnächst möchte ich auch noch den Telebereich, zum Beispiel für die Makro- und Tierfotografie, abdecken. Natürlich spielt hier auch neben der Bildqualität das Gewicht ein wichtiges Entscheidungskriterium. Das Tamron SP 70-300 VC f4-5.6 bietet hier für mich einen guten Mix aus akzeptablem Gewicht, guter Bildqualität und exzellentem Preis-/Leistungsverhältnis. Sobald ich das Objektiv an meiner Canon EOS 100D ausprobiert habe werde ich natürlich davon berichten.

Passendes Zubehör für die EOS 100D

Mit dem richtigen Zubehör kannst Du jede einfache Spiegelreflexkamera in eine Profikamera verwandeln mit der Du exzellente Bilder machen kannst.

Wichtigstes Zubehör ist für mich ein Stativ, welches in Dich auf Deinen Reisen begleiten. Dafür sind kompakte Maße erforderlich, die nicht auf Kosten der Standfestigkeit gehen sollten. Grundsätzlich kannst Du bei vielen Modellen zwischen Karbon und Aluminium wählen. Karbon bringt Dir etwa 20% Gewichtsvorteil. Ich verwende ein Dreibein-Reisestativ mit Kugelkopf, mit dem ich auch Panoramen anfertigen kann. Für Filmaufnahmen wäre noch ein Neiger als Austauschkopf empfehlenswert.

Als Zubehör verwende ich für die Objektive grundsätzlich eine Gegenlichtblende um störende Reflexionen durch Streulicht zu vermeiden. Hier gibt es für musst Du auf den Gewindedurchmesser Deines Objektivs achten. Die Gegenlichtblenden der Originalhersteller kosten meist ein Vielfaches von Drittherstellern. Zum Schutz der Objektive setze ich außerdem auf die passenden UV-Filter.  Die helfen Dir auch bestimmte Lichtspektren zu filtern und zum Beispiel den Himmel blauer abzubilden.

Große kreative Möglichkeiten hast Du mit dem Einsatz von sogenannten Grau- oder ND-Filtern. Dadurch kannst Du auch tagsüber Langzeitbelichtungen erstellen und etwa Wasseroberflächen glatt und geschmeidig darstellen, oder Plätze komplett leer ohne störende Passanten fotografieren.

Ein Geheimtipp ist für mich die App Triggertrap, die für Android und iOS erhältlich ist. Mit der kleinen Software kannst Du Dein Handy als Fernbedienung für Deine Canon EOS 100D (und andere Kameras) nutzen und so zum Beispiel effektvolle Time Lapse Aufnahmen erstellen. Die App ist kostenfrei erhältlich, Du musst Dir lediglich das Kabel kaufen.

Fazit

Die Canon EOS 100D ist für mich der ideale Begleiter auf meinen Bergtouren und Reisen. Die sehr hohe Bildqualität entspricht der von wesentlich größeren Modellen. Abstriche bei Bedienung und Akkulaufzeit mache ich gerne zugunsten des geringen Gewichts. In dieser Größenklassen kann man nicht ein besseres Handling von der Kamera erwarten. Mit dem Zugriff auf das breite und ausgereifte Zubehörprogramm für Canon Spiegelreflexkameras lässt sich die Canon EOS 100D für semi-professionelle Ansprüche aufrüsten.

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Wir hoffen Dir mit unseren Erfahrungen geholfen zu haben. Wenn Du Fragen, Anmerkungen oder Kommentare hast, freuen wir uns über einen Post unter dem Beitrag.

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