Alpen

Durch die Leutaschklamm zum Schachenhaus und zur Partnachklamm

Schachenhaus

EtappeKMHM hochHM runterGehzeit
1. Mittenwald - Leutaschklamm - Ederkanzel - Schützensteig - Wettersteinalpe - Schachentor - Schachenhaus191.300m400m7 Std.
2. Schachenhaus - Kälbersteig - Partnachklamm - Garmisch10- 1.100m3 Std.

Wunderschöne Klammwanderung von Mittenwald durch die Leutaschklamm zum Schachenhaus, dort kann übernachtet werden und dann geht es zurück nach Garmisch durch die Partnachklamm.

Start in Mittenwald

Grundsätzlich kann diese Wanderung als ein- oder zweitages Tour gelaufen werden. Wir sind sie an einem Tag gelaufen, das ist dann aber schon recht anstrengend, außerdem läufst aufgrund der langen Gehzeit ggf. im Dunkeln durch die Partnachklamm und auch der Abstieg über den Kälbersteig macht im Halbdunkeln nicht soviel Spaß. Solltest Du die Wanderung an einem Tag planen raten wir Dir am Bahnhof in Mittenwald spätestens um 8:30 Uhr zu starten.

Schachenhaus

Zugfahrt von Garmisch nach Mittenwald

Da wir in Garmisch übernachtet haben geht es erstmal mit dem Zug von Garmisch-Partenkirchen in den kleinen Ort Mittenwald. Der Zug fährt tagsüber jede Stunde, alternativ gibt es auch eine Busverbindung direkt von Bahnhof zu Bahnhof.  Am Bahnhof in Mittenwald gibt es für Interessierte noch einen Fahrradverleih. Wir starten aber unsere Tour zu Fuß in südlicher Richtung durch den Ort mit dem ersten Ziel Leutaschklamm. Die Leutaschklamm ist gut ausgeschildert und Du brauchst nur den Schildern zu folgen.

Mitten im Ort passieren wir die regionale Mittenwalder Brauerei, die hier neben der Brauerei auch einen Getränkemarkt betreibt in dem man die Bierspezialitäten erwerben kann. Außerdem werden Brauereibesichtigungen angeboten. Bis Ende 2017 hat die Mittenwalder Brauerei eine Aktion gemeinsam mit dem DAV laufen, bei der Du dir Dein persönliches „Gipfelstürmer“-Paket erwandern kannst. Alle Infos dazu bekommst Du hier.

Nach etwa 15 Minuten verlassen wir Mittenwald und folgen auf dem breiten Gehweg neben der Leutasch zur Leutaschklamm die wir nach etwa zwanzig Minuten erreichen.

Durch die Leutaschklamm

Die Leutaschklamm ist neben der Partnachklamm und der Höllentalklamm eine von drei Klammen in der Region um Garmisch Partenkirchen. Die Leutaschklamm ist mit einer Länge von 1,6 km die längste erschlossene Klamm in den deutschen Kalkalpen und ist ein lohnenswertes Ausflugsziel für die ganze Familie. Es gibt zwei Wege durch die Leutaschklamm. Koboldpfad und Klammgeisterweg im oberen Teil der Klamm sind kostenlos besuchbar. Lediglich der Wasserfallsteig kostet Eintritt. Erwachsene zahlen 2 EUR und Kinder 1 EUR Eintritt.

Schachenhaus

Der Eingang zur Leutaschklamm

Geöffnet ist die Leutaschklamm mit Ausnahme des Wasserfallsteigs ganzjährig. Der Wasserfallsteig ist nur in den Sommermonaten geöffnet. Nähere Infos bekommst Du bei der Touristeninformation in Mittenwald. Auf unserem Weg zur Ederkanzel haben wir den Koboldpfad und den Klammgeisterweg gewählt. Die Weg führt gut gesichert über Stahlgitter mit toller Aussicht auf den Bachlauf der Leutasch durch die Klamm. Bei gutem Wetter brauchst Du Dir keine Gedanken machen ob Du nass werden kannst. Entlang des Weges gibt es immer wieder spannende Infos zur Leutaschklamm und unterhaltsame Attraktionen für jung und alt.

Schachenhaus

Wir vertreiben die Klammgeister

Die Durchschreitung der Leutaschklamm dauert etwa eine Stunde. Am Ende der Klamm gibt es einen Parkplatz, sowie einen Klettergarten, der aber leider in 2016 nicht geöffnet ist. Nachdem wir den Klettergarten passiert haben, biegen wir nach rechts ab und laufen über die Brücken. Nach einigen Metern verlassen wir die Straße nach links steil ansteigend in Richtung der Ederkanzel. Die Ederkanzel ist ein kleiner Berggasthof mit leckerem regionalen Essen und kaltem Bier den wir etwa nach 45 Minuten Aufstieg erreichen. Von hier hast Du auch eine tolle Sicht auf die Wettersteinspitze. Von der Ederkanzel kannst Du natürlich auch nach Mittenwald zurückkehren wenn Du einfach nur einen kurzen Ausflug machen willst.

Von der Ederkanzel zur Wettersteinalpe

Von der Ederkanzel geht es nach kurzer Stärkung die Fahrstraße steil hinab. Nach 5 Minuten biegen wir nach links auf den Schützensteig in Richtung Wettersteinalpe/Schachenhaus ab. Von hier sind es zum Schachenhaus noch etwa 4,5 Stunden. Wenn Du abbiegst ist auch erstmal nur das Schachenhaus ausgeschildert. Der Schützensteig passiert in einiger Entfernung den Lautersee und den Ferchensee. Wenn Du genug Zeit hast kannst Du hier natürlich einen kurzen Abstecher machen und Dich im kühlen Nass erfrischen.

Galerie (zum Vergrößern klicken)

Wir folgen dem Schützsteig, der sich meist als schmaler Pfad durch den Wald schlängelt. Da wir an einem der heißesten Wochenenden des Jahres unterwegs waren, bot der Schatten der Bäume eine willkommene Abkühlung. Nach etwa 2 Stunden erreichen wir schon etwas erschöpft die Wettersteinalpe. Die heißen Temperaturen lassen den Durst nicht geringer werden und so freuen wir uns schon auf unser alkoholfreies Weizen und ein Stück hausgemachten Kuchen. Von der Wettersteinalpe gibt es zwei Möglichkeiten zum Schachenhaus weiterzugehen. Entweder Du nimmst den Königsweg, ein breiter Feldweg durch den Wald mit moderater Steigung, oder Du nimmst den steilen und steinigen Pfad über das Schachentor. Wir haben uns für den Weg über das Schachentor entschieden. Äußerst schweißtreibend und anstrengend, aber auch mit einer tollen Aussicht auf die umliegenden Berge (u.a. Hirschbichlkopf 2.276m).

Schachenhaus

Aufstieg zum Schachentor

Nach der Durschschreitung erblicken wir bereits das Schachenhaus, dass wir in weiteren 30 Minuten Fussmarsch erreichen.

Das Schachenhaus

Das Schachenhaus liegt auf 1.866m und verfügt über 53 Schlafplätze. Direkt daneben liegt das Königshaus am Schachen. Dieses wurde von König Ludwig II. in der Zeit von 1869 bis 1872 im Schweizer Chaletstil errichtet. Das Königshaus am Schachen kann tagsüber im Rahmen ein Führung besichtigt werden. Vom Schachenhaus kannst Du weiter zur Meilerhütte wandern oder ins Reintal absteigen. Wir haben diese Tour im Jahr 2015 gemacht und können sie nur empfehlen. Hier findest Du alle Infos, sowie die Karte und den Track dazu.

Schachenhaus

Das Schachenhaus

Am Schachenhaus gibt es leckeres Essen (wir haben uns für einen Brotzeitteller entschieden) und kalte Getränke. Wir haben hier unsere Tour noch weiter fortgesetzt, würden aber grundsätzlich empfehlen, nach nun über 7 Stunden Wanderzeit im Schachenhaus zu übernachten. Dann kannst Du auch frisch und ausgeschlafen den Abstieg über den Kälbersteig bewältigen und Dir in Ruhe die Partnachklamm anschauen. Obwohl es bereits 18:00 Uhr war haben wir uns dazu entschieden trotz den nahenden Sonnenuntergangs den Abstieg in Richtung Partnachklamm zu beginnen.

Kälbersteig zur Partnachklamm

Vom Schachenhaus folgen wir dem Fahrweg mit toller Aussicht nach links ins Tal, bevor wir nach etwa einer halben Stunde nach links auf den hier ausgeschilderten Kälbersteig abbiegen. Der Kälbersteig besteht in weiten Teilen aus Holzstufen die in schneller Geschwindigkeit die Höhenmeter purzeln und unsere Knie leiden lassen. In den zwei Stunden auf dem Kälbersteig lassen wir etwa 800 hm hinter uns bevor wir langsam das Rauschen der Partnach vernehmen, der wir uns kontinuierlich nähern.

Schachenhaus

Partnachklamm bei Nacht

Wir erreichen das Tal in dem die Partnach fließt und nutzen den kalten Bach erstmal für eine kurze Abkühlung bevor es in Richtug Partnachklamm weitergeht. Die Partnachklamm ist mit 700m wesentlich kürzer als die Leutaschklamm und kann je nach Besucherandrang in etwa 20 Minuten durchgangen werden. Bei unseren nun zwei Besuchen haben wir sie wesentlich wilder kennengelernt als die Leutaschklamm. Diesmal sollten wir aber bis auf einen einzelnen Wanderer keine weiteren Besucher treffen. Leider haben wir uns etwas in der Zeit verschätzt und es war schon fast 21:00 Uhr und damit weitgehend dunkel. Allerdings hat die Partnachklamm bei Nacht so noch einmal einen ganz besonderen Reiz. Keine anderen Besucher, man ist ganz allein mit sich und der Partnach und kann das Feeling in der Klamm genießen. Die regulären Öffnungszeiten der Partnachklamm sind je nach Jahreszeit unterschiedlich. Der Eintritt während der regulären Öffnungszeiten beträgt für Erwachsene 4 EUR und Kinder zahlen 2,50 EUR.

Schachenhaus

Erschöpft aber glücklich im Pitzner Kiosk

Direkt nach dem  Verlassen der Partnachklamm gibt es eine Reihe von kleinen Gasthöfen. Wir hatten das große Glück, das direkt der Pitzner Kiosk noch geöffnet war. Die freudige Feierei war vom Weg durch eine Plane abgeschirmt und so bestellten wir drei Helle und setzten uns auf die Bank vor dem Gasthof. Nach etwas Überzeugungsarbeit der freundlichen Bedienung (nach zehn Stunden wandern riecht man nicht mehr so frisch) gesellten wir uns doch zu der Feierrunde. Nach kurzer Zeit lernten wir auch den Anlass der Feierei kennen, das König Ludwig Fest. Und so erfuhren wir im Laufe des Abends bei König Ludwig Dunkel noch allerlei Interessantes und Kurioses über die Region, bevor wir uns müde und erschöpft auf den Weg in die Herberge machten.

Anmerkung: Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung der Zugspitz Region GmbH

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Wanderkartenempfehlung: DAV Karte BY8 / DAV Karte BY10

Download: GPS Track (.gpx)

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