Alpen GPS

Gletscherkurs Teil 2 – Karte und Kompass mit Klettereinlagen

Karte und Kompass

Du willst Dich nicht nur auf Dein GPS Gerät verlassen und willst so wie Reinhold Messner und Edmund Hillary mit Karte und Kompass unterwegs sein. Hier findest Du alles was Du wissen musst.

Einer der wichtigsten Bestandteile beim Gletscherkurs mit dem DAV Summit Club ist die Orientierung mit Karte und Kompass. Erst gemütlich am Frühstückstisch mit einem Pott Kaffee und dann im Gelände werden wir von Michi in die Kunst der Orientierung mit Karte und Kompass eingewiesen. Björn, unser erfahrener Pfadfinder, hat dann noch seinen Senf dazu gegeben und sich den Rest der Zeit eher mit seiner Kaffeetasse beschäftigt während die anderen aufmerksam lauschten. Wenn Du die einzelnen Schritte erst einmal verinnerlicht hast ist es ein leichtes Deine eigene Tour mit Karte und Kompass zu planen und auf Dein GPS Gerät zu verzichten.

GPS Geräte sind elektronische Geräte die Strom benötigen. Dies bedeutet leider auch das die Batterie leer sein kann oder das Gerät einen technischen defekt hat. Daher ist das orientieren mit Karte und Kompass eine Grundvorraussetzung für weitere Abenteuer am Berg. Die Orientierung mit Karte und Kompass klappt im Ernstfall aber nur dann reibungslos wenn man sich vor der Tour schon mit der Karte beschäftigt hat. Mit Hilfe der Höhenlinien kann der erfahrene Kartenleser sich ein ziemlich genaues Bild davon machen wie es dort aussehen wird. Wichtig hierbei ist geeignetes Kartenmaterial. Wir empfehlen Karten mit einem Maßstab von 1 : 25000.

Bei diesem Maßstab entspricht ein Zentimeter auf der Karte 250 Metern im Gelände.

Bewuchs, Straßen, Flüsse, Bäche und sogar die Qualität der Wege sind eingezeichnet. Berge und Täler werden durch Höhenlinien dargestellt. Je enger diese zusammenliegen je steiler ist das Gelände. In der Regel ist der Abstand zwischen zwei Höhenlinien 20 Höhenmeter.

In Verbindung mit einem Höhenmesser vereinfachen die Höhenlinien, den Standort zu bestimmen. Das geht ganz einfach: Führt ein Weg kontinuierlich bergauf oder bergab, sucht man auf der Karte die zur Höhenangabe des Höhen­messers passende Höhenlinie entlang des Pfads – oder den Punkt zwischen zwei Höhenlinien. Nun weiß man ziemlich genau, wo man sich befindet. Eines gilt es aber zu beachten: Ein Höhenmesser liefert nur optimale Werte, wenn er bei jeder Gelegenheit nachjustiert wird. Dazu benötigt man Punkte mit bekannter Höhe wie Wegkreuzungen, Brücken, Hütten, Gipfel oder Schilder mit Höhenangaben. Auf deren Wert wird der Höhenmesser eingestellt.

In eher flachem Gelände kommt ein Kompass zum Einsatz. Die Standortbestimmung funktioniert am einfachsten, wenn eine Strecke bekannt ist, auf oder an der man gerade entlanggeht – beispielsweise ein Weg, Fluss, Tal oder Seeufer. Dann genügt es, einen markanten Punkt (Berggipfel, Brücke, Hütte, Insel, Fluss, der aus einem See herausfließt, etc.), der auch auf der Karte vermerkt ist, mit dem Kompass anzupeilen. Dabei den Kompass waagerecht halten und den Kompassring so lange drehen, bis sich die Nordmarkierung mit dem Nordpfeil der Kompassnadel deckt. Jetzt das Kompassgehäuse (Anlegekante) am angepeilten Punkt auf der Karte anlegen und so lange um diesen Punkt drehen, bis sich die Linien im Dosenboden unter der Kompassnadel mit Kartennord decken. Beim Schnittpunkt der Anlegekante mit der bekannten Strecke handelt es sich um den Aufent­haltsort. Gibt es keine bekannte Strecke, ersetzt man sie durch eine zweite Peilung (Kreuzpeilung).

Bei Nebel funktioniert das Peilen auch in umgekehrter Reihenfolge: Standort und Zielpunkt auf der Karte mit der Anlegekante des Kompasses verbinden, Linien im Dosenboden mit Kartennord decken. Dann den Kompass waagerecht in die Hand nehmen und sich so lange drehen, bis die Kompassnadel und Gehäusenord übereinstimmen – das ist die Marschrichtung. Achte beim Peilen aber auch darauf, die Route ans Gelände anzupassen, sonst watest Du unter Umständen direkt durch einen Sumpf.

Wichtig für die Arbeit mit dem Kompass: Falls nötig, die Missweisung (Deklination) beachten. Da geografischer und magnetischer Nordpol nicht identisch sind, unterscheiden sich die Nordrichtung der Kompassnadel und die Nordrichtung der Karte. Die Differenz zwischen beiden bezeichnet man als Missweisung. Sie ändert sich permanent, denn der magnetische Nordpol wandert. Der Wert inklusive geschätzter Veränderung in Jahren seit Kartendatum ist meist auf dem Kartenrand angegeben. In unseren Breiten kann er vernachlässigt werden, in Skandinavien oft nicht. Dort muss die Missweisung bei jeder Peilung addiert oder abgezogen werden. Am besten kauft man einen Kompass mit einstellbarer Deklination, die vor der Tour eingestellt wird.

Um erfolgreich den nächsten alpinen Gipfel zu meistern dürfen natürlich auch die richtigen Skills auf dem Geröllfeld und an der Felswand nicht fehlen. Deswegen waren wir auch einen Tag auf den Geröllfeldern und an den Wänden rund um die Silvrettahütte unterwegs. Immer bemüht die richtige Balance zu finden. Einige Eindrücke von unseren immer motivierten aber nicht immer von Erfolg gekrönten Kletterversuchen findest Du in der Galerie.

Galerie (zum Vergrößern klicken)

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