Fotografieren GoPro

Perfekte GoPro Fotos machen – Praxistipps

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Mit der GoPro Fotos machen ist nur logisch, da die kleine Action Cam neben tollen Videos auch ausgezeichnete Fotos machen kann. Mit unseren Tipps und Tricks und ein paar einfachen Grundregeln erzielst Du professionelle Ergebnisse.

Warum mit der GoPro fotografieren?

Das spannende an der kleinen Action Cam sind die weitwinklige Festbrennweite (zwei Modi, “Wide” und “Medium”) die Aufnahmen besonders lebendig und inhaltsreich (besonders bei Landschaft, Architektur und Street Life und Urban Photography) wirken lässt und die vielseitige Einsetzbarkeit durch Staub- und Wasserschutz. Ich verwende meist den Modus “Medium” da sonst die Krümmung der Bilder zu stark ausfällt. Die mechanische Einschränkung aufgrund der Festbrennweite lässt Dich ganz auf die Bildkomposition und das Arbeiten “am” Bild konzentrieren. Außerdem hast Du so Videos und Fotos immer in einem “Kasten” was den Workflow bei der Nachbearbeitung vereinfacht. Natürlich darfst Du die GoPro Fotoqualität nicht mit der einer Spiegelreflex oder einer Sytemkamera vergleichen. Obwohl die Firma GoPro keinerlei angaben zu Chipgröße und Objektiv macht (auch in den EXIF Daten sind diese Infos nicht verfügbar) sehe ich die Leistungsfähigkeit allein schon aufgrund der Baugröße der Kamera in etwa auf gutem bis sehr guten Smartphone Niveau.

Mit welcher GoPro Fotos machen?

Wenn Du mit einer GoPro Fotos machen möchtest rate ich Dir grundsätzlich zu einem der Modelle mit LCD Display (GoPro Hero 4 Silver und GoPro Hero+ LCD). Die GoPro Hero 4 Silver haben wir uns auch in einem Test näher angesehen. Die Displays verfügen zwar über keine herausragende Qualität, aber sie helfen Dir den Bildauschnitt zu kontrollieren, was zwar grundsätzlich auch mit der GoPro App möglich ist, dann aber nur mit leichter Verzögerung und einem stark erhöhten Energieverbrauch.

Bildgestaltung

Beim GoPro Fotos machen solltest Du wie sonst auch bereits beim Fotografieren auf die Bildgestaltung achten, da Du Dir dann viel Arbeit und Zeit bei der Nachbearbeitung sparst.

„Drittel-Regel“

Hierbei spricht man von einer „ein Drittel“ und „zwei Drittel“ Aufteilung des Bildes. Horizontale und vertikale Linien teilen das Bild in neun gleich große Vierecke. Objekte im Bild sollten entlang dieses Rasters positioniert werden. Linien im Bild sollten gerade oder auch auf das Raster zulaufen oder die Bildmitte zulaufen, zum Beispiel eine Strasse die von unten links ins Bild kommt.

„Goldener Schnitt“

Der „Goldene Schnitt“ bezeichnet den Punkt im Bild, der vom Betrachter als besonders harmonisch wahrgenommen wird. Er wird gerne für Landschaftsaufnahmen oder andere Motive verwendet die eher harmonisch als dramatisch wirken sollen. Im Gegensatz zur „Drittel-Regel“ teilt der „Goldene Schnitt“ das Bild in zwei Flächen A und B. Wobei die Grenze zwischen A und B durch das Hauptmotiv bestimmt wird. Das Verhältnis der Gerade von A und B (zum Beispiel 20% und 80%) sollte sich sowohl in der Horizontalen, als auch in der Vertikalen wiederfinden. In Aktion kannst Du diese Abstände natürlich nur schätzen, oder aber später den Bildausschnitt bei der Bearbeitung entsprechend anpassen.

Format und Horizont

Mit der Wahl des richtigen Formats kannst Du wesentlich die Wahrnehmung Deines Bildes durch den Betrachter beeinflussen. Das gleiche Motiv kann im Hoch- oder Querformat eine sehr unterschiedliche Wirkung haben. Das Querformat eignet sich vor allem für Landschaftsaufnahmen um einen breiten Horizont nutzen zu können. Allerdings solltest Du vermeiden den Horizont in der Bildmitte zu platzieren, da sonst beide Bildhälften miteinander konkurrieren. Mit dem Querformat kannst Du in Deinen Bildern Höhe und räumliche Tiefe erzeugen und verstärken. Diese Effekte kannst Du mit einem hoch angesetzten Horizont verstärken. Motive im unteren Teil des Bildes treten in den Vordergrund. Ein tiefer Horizont gibt dem Bild zusätzliche Weite. Für Fotos die auf Webseiten verwendet werden sollen empfehle ich das Querformat.

GoPro Fotos bearbeiten

Je nachdem ob Du Windows oder einen Apple Mac einsetzt unterscheidet sich der Workflow geringfügig. Die heute verbreiteten Bildbearbeitungsprogramme (z.B. Apple Foto, Adobe Photoshop Elements und viele andere) erlauben das gleichzeitige Importieren von Bildern und Videos. Beim Import empfehle ich Dir die Micro SD per Adapter direkt in den entsprechenden Slot im Rechner zu stecken, da das auslesen der Daten dann wesentlich schneller geht. Dann kannst Du alles erstmal sortieren und alle doppelten und unnötigen Dateien schon löschen. Für die Videos geht es dann weiter in einem separaten Programm, während Du die Fotos direkt weiter bearbeiten kannst. Je nachdem für welchen Zweck Du Deine GoPro Bilder verwenden möchtest empfehle ich Dir Dein Material so wenig wie möglich zu bearbeiten. Einen grundlegenden Workflow solltest Du aber befolgen um die Bilder noch einmal für den Betrachter etwas zu optimieren.

Bildfehler entfernen

Als ersten Schritt solltest Du alle Bildfehler entfernen. Dazu gehört Schmutz auf der Linse und kleiner Objekte im Bild, die Du entfernen möchtest, wie zum Beispiel Hautverunreinigungen. Alle vernünftigen Bildbearbeitungsprogramme bieten hier sogennante Retuschewerkzeuge, bei denen Du den Radius, bzw. die Größe des zu entfernenden Objektes bestimmen kannst. Auch die Reduktion von Bildrauschen solltest Du vor dem weiteren Bearbeiten durchführen.

Drehen/Schneiden

Überprüfe noch einmal welche Message Du mit dem Bild rüberbringen möchtest. Wie sind die wichtigen Objekte im Bild platziert und wie verlaufen Linien und Formen. Hier noch einmal falls erforderlich den Bildauschnitt etwas nachbessern um das Konzept stimmiger zu gestalten (denke an den goldenen Schnitt, bzw. die mittige Platzierung des Hauptobjektes). Überprüfe anhand von Linien im Bild (vor allem horizontale Linien) ob das Bild für den Betrachter gerade erscheint. Aufgrund des Weitwinkels der GoPro ist das nicht immer eine leichte Übung und erfordert etwas Fingerspitzengefühl.

Helligkeit/Sättigung/Kontrast

Hier kommt es stark darauf an in welchem Kontext Du Deine Bilder veröffentlichen möchtest. Die Farben der GoPro Bilder sind eher matt und so kann es durchaus Sinn machen Kontrast und Sättigung zu erhöhen um den Aufnahmen mehr Schärfe zu verleihen (z.B. bei Landschaftsaufnahmen oder Street Photography). Natürlich kannst Du auch die Sättigung absenken um Deinen Bildern einen “old school”-Look zu verpassen bis hin zu reinen Graustufen.

Farbfilter

Eine besonders einfache Möglichkeit seinen Bildern einen besonderen Look zu verpassen sind sogenannten Farbfilter. Hierbei handelt es sich um voreingestellte Presets für die verschiedenen Parameter des Bildes. Das macht die Sache besonders einfach, aber natürlich kann auch jeder andere leicht diese Einstellungen verwenden und somit ist je nachdem welches Programm Du verwendest relativ offensichtlich, dass Du voreingestellte Filter verwendest.

GoPro Fotos aus Videos exportieren

Du kannst Deine Fotos auch aus Deinen GoPro Videos extrahieren. Hierfür kannst Du zum Beispiel das GoPro Studio oder aber auch den VLC Media Player nutzen. Beim GoPro Studio wählst Du im zweiten Bearbeitungsschritt („Edit“) den Zeitpunkt im Video aus, den Du als Bild exportieren möchtest. Auf einem Mac wählst Du dann -> Share -> Export still, unter Windows wählst Du -> File -> Export -> Still image und kannst dann den Speicherort für Dein Bild auswählen. Für den gleichen Vorgang kannst Du auch den VLC Media Player verwenden. Unter Windows wählst Du hier unter -> Ansicht -> Erweiterte Ansicht aus und erhälst u.a. einen zusätzlichen Button mit dem Du Schnappschüsse erstellen kannst. Auf dem Mac kommst Du über -> Video -> Schnappschuss zu dem gleichen Ergebnis.

GoPro Fotos teilen

Nachdem Du Die Bilder fertig bearbeitest hast kannst Du sie auf einer Plattform Deiner Wahl veröffentlichen. Ich habe hier sehr gute Erfahrungen mit Instagram gemacht. Wenn Du Apple Fotos auf einem Mac verwendest werden Deine fertigen Videos und Fotos automatisch mit Deinem iPhone synchronisiert. Dass macht die Verfügbarkeit für die verschiedenen Social Media Apps besonders leicht. Unter Windows helfen hier Google Drive, Dropbox oder eben iCloud für Windows wenn Du ein iPhone hast.

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Viel Spass beim Fotos machen mit der GoPro. Solltest Du noch weitere Fragen haben, einfach hier unter dem Text posten.

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