Fotografieren

3 einfache Tipps für großartige (Handy-)Bilder beim Wandern und Reisen!

Fotografieren Smartphone

Ich fotografiere seit vielen Jahren auf meinen Wanderungen und Reisen. Dabei benutze ich sowohl Spiegelreflexkameras als auch mein Smartphone. Wenn Du ein paar einfach Regeln zur Bildgestaltung einhältst, kannst Du auch mit dem Smartphone professionelle Ergebnisse erzielen.

Wenn ich mich so in meinem Freundeskreis umschaue werden heute die mit Abstand meisten Bilder mit dem Smartphone gemacht. Dabei kann die Qualität der Handybilder mit den richtigen Lichtverhältnissen schon fast mit der von teuren Spiegelreflexkameras mithalten. Lass uns einen Blick darauf werfen auf was Du achten musst.

Diese einfachen Regeln zur Bildgestaltung gelten natürlich nicht nur beim Fotografieren mit dem Smartphone, sondern können auch mit jeder anderen Kamera genutzt werden.

Was wollen wir uns in diesem Artikel anschauen?

  • Geometrie im Bild, Objekte richtig im Bild platzieren
  • Die Drittelregel zur Bildgestaltung
  • Welche Einstellungen solltest Du für Deine Kamera-App verwenden

Gute Bilder entstehen aus dem richtigen Moment. Ein Smartphone bietet den großen Vorteil, dass Du es in der Regel immer dabei und griffbereit hast. Das ist schon einmal die halbe Miete für großartige Bilder beim Fotografieren mit dem Smartphone. Außerdem kannst Du die Bilder mobil und schnell nachbearbeiten und mit Deinen Freunden teilen.

Geometrie im Bild

Jeder Bildinhalt setzt sich aus einer Reihe von Objekten im Vorder- und Hintergrund des Bildes zusammen.

Mit der richtigen Platzierung und Anordnung der Objekte im Bild, löst du unbewusst beim Betrachter ein angenehmes Gefühl aus, wodurch er eine schnelle Wahrnehmung entwickelt, ob es sich um ein „gutes“ oder ein „schlechtes“ Bild handelt.

Mit der richtigen Kamerahaltung und Platzierung der Objekte wirkt das Bild für den Betrachter angenehmer und harmonischer und er hat unbewusst die Wahrnehmung, dass Dein Bild besser ist, als ein Bild, bei dem darauf nicht geachtet worden ist.

Das Bild entsteht im Kopf, fotografiert bewusst, lasst Euch Zeit und macht Euch Gedanken bevor es entsteht. Es wird sich lohnen und du wirst mehr Freude an Deinen Bildern haben. Zu Beginn wird es dich etwas mehr Zeit kosten, doch du wirst sehen, mit der Zeit wirst du darin schneller und routinierter, außerdem sparst Du Zeit bei der Nachbearbeitung.

Am Anfang wird es Dich die Bildgestaltung noch etwas Zeit und Überlegung kosten, später wird daraus ein Automatismus, der bei jedem Foto ganz von selbst abläuft.

Dabei ist es wichtig, dass Du Dein Handy bezüglich der Objekte im Bild gerade hältst. Damit meine ich, dass Du Dein Objekt möglichst frontal fotografierst. Dadurch wirkt Dein Bild aufgeräumter. Fotografieren ist in diesem Fall ein bisschen wie Geometrie. Versuche die Linien in Deinem Bild möglichst folgendermaßen anzuordnen

  • Parallel zum Bildrand
  • Parallel zueinander im Bild verlaufend
  • Auf die Bildmitte zulaufend

Dies sind natürlich nur ein paar grobe Richtlinien zur Bildgeometrie, sie helfen aber besonders zu Beginn einem einfachen Schema zu folgen. Wenn Du zunehmend darauf achtest wird es Dir zunehmend leichter fallen harmonische Muster im Bild zu erzeugen. Dabei solltest Du nicht nur die Objekte im Bild, sondern auch Licht und Schatten einsetzen. Dann wirkt Dein Bild noch lebhafter.

Die Drittelregel zur Bildgestaltung

Zur Drittelregel – Das Bild wird gedanklich durch zwei horizontale und zwei vertikale Linien geteilt und so in neun gleiche Teile gegliedert. Das Hauptmotiv sollte an den Schnittpunkten oder entlang der gedachten Linien platziert werden, z.B. der Horizont

Die Platzierung Deiner Bildobjekte entlang dieses Raster erlaubt Dir, Dein Bild für den Betrachter besonders harmonisch wirken zu lassen.

Manche Kameras erlauben auch das Einblenden dieser Linien. Dadurch fällt die Bildgestaltung beim Fotografieren mit dem Smartphone noch einmal leichter.

Je nach Platzierung auf diesen Linien erzielst Du eine bestimmte Bildwirkung. Wenn Du zum Beispiel jemand fotografierst, der in die Ferne blickt, solltest Du ihn oder sie in Richtung des zwei Drittel Ausschnittes schauen lassen. Die Person sollte also ins Bild schauen und nicht aus dem Bild heraus.

Außerdem solltest Du beim Fotografieren von Personen darauf achten, dass du diese nicht an Gelenken anschneidest, dies wirkt unnatürlich. Einen besonders weiten Horizont gestaltest Du, indem Du den Himmel zwei Drittel des Bildes einnehmen lässt. Eine Straße, die auf die Bildmitte zuläuft und im Bild der Himmel nur ein Drittel einnimmt erzielt eine besondere Tiefenwirkung.

Dies sind nur einige einfache Beispiele zur Bildgestaltung, die Dir zeigen sollen, mit welchen einfachen Mitteln Du hier eine bestimmte Bildwirkung aufbauen kannst.

Die richtigen Einstellungen für Deine Kamera-App

Eines vorneweg, bei den meisten heute gängigen Smartphones, musst Du beim Fotografieren nur noch wenige Einstellungen vornehmen und kannst dich ganz auf die Bildgestaltung konzentrieren. Die Sensoren der Handys sind heute dermaßen leistungsfähig, dass die Bildparameter meist schon sehr gut gewählt werden. Dabei spielen für die Bildaufnahme folgende Parameter eine wichtige Rolle:

  • Belichtungszeit
  • Blende
  • ISO-Wert
  • Weißabgleich

Ich ändere diese Einstellungen am Smartphone fast nie. Manchmal kann es sinnvoll sein, die Belichtungszeit manuell anzupassen, wenn man zum Beispiel merkt, das Bilder verwackelt sind, solltest Du eine kürzere Belichtungszeit wählen.

Die meisten Smartphonekameras verfügen über einen zufriedenstellenden Autofokus. Durch tippen auf das Display kann dieser manuell angepasst werden. Das kann zum Beispiel helfen, wenn Du merkst, dass die Belichtungszeit nicht richtig gewählt wurde und einige Bildbereiche zu hell oder zu dunkel sind.

Viele Handys haben beim Fotografieren einen eingeschränkten Dynamikumfang. Das zeigt sich vor allem bei Landschaftsbildern, wenn der Himmel nur noch weiß dargestellt wird und Bildbereiche ausreißen. Hier werden keine Farbinformationen gespeichert und diese Bereiche können auch über eine spätere Nachbearbeitung nicht gerettet werden. Hier hilft es, wenn Dein Handy über einen sogenannten HDR Modus verfügt. Dabei wird aus drei aufeinander folgenden Aufnahmen ein Bild zusammengesetzt. Ein Bild wird dabei unter-, ein Bild normal- und ein Bild überbelichtet.

In der Regel werden Bilder auf dem Handy im JPG-Format gespeichert. Damit ist das Bild bereits automatisch optimiert und die Bilddaten sind komprimiert, benötigen also weniger Speicherplatz. Einige Kamera-Apps erlauben auch das Abspeichern im RAW-Format. Das verspricht deutlich erweiterte Bearbeitungsmöglichkeiten. So kannst Du ohne Qualitätsverluste an der Belichtungszeit oder am Weißabgleich drehen.

Auf dem iPhone sind diese Kameraeinstellungen mit der integrierten App bereits sehr gut umgesetzt. Ich habe aber gerade bei Android Handys festgestellt, dass die mitgelieferte Software diese Funktionen nicht liefert (so auch bei meinem eigenen Huawei P20 lite). Aus diesem Grund habe ich mir die kostenlose App (in der Standardversion) Adobe Lightroom heruntergeladen.

Um deinen Bildern das gewisse Etwas zu verleihen und diese noch mehr aufzuwerten, empfehle ich dir die „Lightroom Mobile App“. Diese kannst du dir kostenfrei in deinem jeweiligen App Store herunterladen. Neben manuellen Einstellmöglichkeiten zur Bildoptimierung und -bearbeitung, bietet die App auch eine integrierte Wasserwage und das Einblenden eines Bildrasters. Somit kannst du Deine Bilder optimal ausrichten und mit einem Klick die Belichtung optimieren.

Weitere tolle Artikel zum Thema Fotografieren

Viel Spaß beim Fotografieren mit Deinem Smartphone. Ich freue mich, wenn Ihr Eure Erfahrungen unter dem Beitrag als Kommentar teilt.

Diesen Beitrag mit Deinen Freunden teilen!

4 Kommentare

  1. Huhu Sebastian. Wir können deine Tipps so bestätigen. Mit dem Smartphone können richtig schöne Fotos entstehen. Danke für den feinen Beitrag. Zur Bearbeitung am Smartphone können wir zusätzlich SnapSeed empfehlen. Gefällt uns ganz gut. Liebe Grüße aus Tunesien, Claudia

    • Hallo Claudia,

      vielen Dank für Deinen Tipp. Lustigerweise wird es im nächsten Beitrag um das Thema Bildbearbeitung gehen. Dort werde ich den Hinweis auf jeden Fall mit aufnehmen. Habe mir Snapseed mal angeschaut und für die schnelle Bildbearbeitung macht es echt einen guten Eindruck, mit allen wichtigen Funktionen, Filtern, etc.

      Gruß nach Tunesien

      Sebastian

  2. Dankeschön! Gute Tipps, die man auch eigentlich sehr leicht befolgen kann… ich fotografiere mehr und mehr auch mit dem Smartphone und bin begeistert, was dabei herauskommen kann. Liebe Grüße aus Limburg, Jörg

    • Hallo Jörg,

      bin da ganz Deiner Meinung. Am Ende zählen Bildinhalt und Gestaltung. Die Technik ist bei Tageslichtaufnahmen heute oft vergleichbar.

      Gruß

      Sebastian

Kommentar verfassen