Alpen

Anfängerguide für Hüttentouren und zum Bergwandern in den Alpen

Hüttentour Anfänger

Du stehst kurz vor Deiner ersten Hüttentour oder gehst Bergwandern in den Alpen? Hier findest Du alle wichtigen Infos zu Ausrüstung, Kondition, Bergwetter und den verschiedenen DAV, ÖAV und SAC Schwierigkeitsgraden.

Themenübersicht

  1. Ausrüstung zum Bergwandern
  2. Bergwetter im Hochgebirge
  3. Was brauche ich auf einer Alpenvereinshütte
  4. Vergleich der Schwierigkeitsskalen von DAV, ÖAV und SAC
  5. Mit guter Kondition in die Berge

Irgendwann haben wir sie alle gemacht – unsere erste Hüttentour. Man wusste nicht so recht, was man einpacken soll. Reicht die eigene Ausrüstung für die gewählte Tour aus und was erwartet mich da eigentlich? Meist ist der Rucksack viel zu schwer, man hat viele unnötige Dinge dabei und andere wichtige Dinge fehlen.

Übersicht unserer schönsten Hüttentouren zum Bergwandern in den Alpen

Dieser Artikel soll eine Hilfestellung für all diejenigen sein, die kurz davor sind auf Ihre erste Hüttentour in den Alpen aufzubrechen. Dabei verweisen wir auch auf Artikel, die wir zu verwandten wichtigen Themen bereits verfasst haben.

Ausrüstung zum Bergwandern in den Alpen

Vor der ersten Hüttentour als Anfänger in den Alpen fragt man sich oft welche Ausrüstung man eigentlich benötigt und wieviel Geld man dafür ausgeben muss. Gerade bei Ausrüstung zum Bergwandern gibt es eine große Preisspanne. Eines aber vorweg, gute Ausrüstung muss nicht unbedingt teuer sein.

Für Deine ersten Hüttentouren im roten oder schwarzen Schwierigkeitsgrad nach DAV Skala habe ich Dir hier exemplarisch eine „Packlisten“ zusammengestellt.

Dabei habe bewusst auch teilweise auf Produkte von großen Markenherstellern wie Meindl, Deuter und Mammut verzichtet. Es gibt viele kleinere Marken, deren Produkte qualitativ absolut gleichwertig sind, gleichzeitig aber deutlich günstiger.


Zusätzlich zu Deiner Ausrüstung wie Bergschuhe, Wanderrucksack und Regenjacke, also alles was zur Bekleidung gehört solltest Du auf jeden Fall noch folgende Dinge in Deinem Rucksack dabeihaben:

  • Notfallset für Erste Hilfe
  • Stirnlampe
  • Notstrom in Form von Akkus oder Powerbank
  • Müsli- oder Energieriegel für extra Energie
  • GPS Gerät oder entsprechende Handy App
  • Wasserflasche oder Trinkblase
  • Sonnenschutz (mindestens LSF 30-50)

Wichtig ist auch immer die Ausrüstung vor der ersten ganz großen Tour auf Herz und Nieren zu testen. Klar, Wanderschuhe müssen eingelaufen werden, aber auch bei den anderen Dingen wirst Du schnell merken, dass Du Deine persönlichen Vorlieben entwickelst.

Weitere Packliste für Tageswanderungen, mehrtägige Hüttentouren und sogar Gletschertouren haben wir für Dich in einem extra Beitrag zusammengetragen.

Bergwetter im Hochgebirge

Wichtigste Regel auf Hüttentouren und beim Bergwandern in den Alpen, oder auch jedem anderen Hochgebirge ist, dass das Wetter sich in Bereichen über 2.000m wesentlich schneller ändert und andere klimatische Bedingungen herrschen, als in den Höhen, in denen wir normalerweise unterwegs sind.

Dabei gilt, dass bei der Tourenplanung für eine Hüttentour und zum Bergwandern stets die Wetteraussichten mit in die Planung mit einzubeziehen sind. Gute und recht genaue Vorhersagen für die Alpen erhältst Du auf folgenden Seiten:

Aufgrund der klimatischen Bedingungen im Hochgebirge findet die Hochtourensaison in unseren Breitengraden zwischen Juni und September statt. Geht es besonders hoch hinaus ist das Zeitfenster sogar noch weiter eingeschränkt.

Selbst im Hochsommer, wenn wir im Tal über 30 Grad haben kann es im Hochgebirge schneien. Der Grund dafür ist, dass pro 1000 Hm die Temperatur um 5-6 Grad sinken kann. Da kalte Luft auch weniger Feuchtigkeit speichern kann, regnet oder schneit es im Hochgebirge auch häufiger als in den Niederungen.

Besonders gefährlich kann ein Gewitter im Hochgebirge sein, grundsätzlich steigt die Gewitterwahrscheinlichkeit am Nachmittag und das Wetter kann aufgrund der Höhenlage sehr schnell umschlagen. Du erkennst ein mögliches Gewitter an Wetterleuchten, oder auch kleinen Quellwolken (Kumuluswolken), die sich immer weiter auftürmen. Auch ein stark absinkender Luftdruck ist ein sicheres Anzeichen für ein aufziehendes Gewitter.

Bei Gewitter solltest Du grundsätzlich versicherte Klettersteige (sowie sonstige Metallgegenstände) und exponierte Stellen meiden und so schnell wie möglich in einer Senke oder unter einem Vorsprung Schutz suchen.

Nichtsdestotrotz ist ein guter Sonnenschutz im Hochgebirge unerlässlich. Die Baumgrenze in den Alpen verläuft in einer Höhe zwischen 1.800 und 2.200m – darüber bist Du der prallen Sonne ausgesetzt, die im Hochgebirge natürlich eine sehr intensive Strahlung hat.

Trotz der besten Vorbereitung kann es im Hochgebirge immer wieder zu Notfällen kommen, hier hilft unsere Notfallkarte mit allen wichtigen Signalen und Rufnummern zum Download.

Wie buche ich und was brauche ich auf einer Alpenvereinshütte

Quer über die Alpen wird ein dichtes Netz von Schutzhütten von den drei Alpenvereinen DAV, ÖAV und SAC betrieben. Dabei bekommst Du als Mitglied des DAV einen nicht unerheblichen Rabatt bei der Übernachtung im Matratzen- und im Zimmerlager eingeräumt.

Die Schutzhütten der Alpenvereine im Hochgebirge unterscheidet man in drei unterschiedliche Kategorien:

  • Kategorie I: einfache Schutzhütte zur Übernachtung, teilweise auch unbewirtschaftet (z.B. Biwakschachteln). Besitzen grundsätzlich einen Winterraum
  • Kategorie II: In der Regel ganzjährig bewirtschaftet und in besonders stark frequentierten Wandergebieten anzutreffen. Winterraum nicht zwingend vorhanden
  • Kategorie III: Hauptsächlich als Ziel für Tagesausflüge, in der Regel auch über andere Verkehrsmittel (Straße, Seilbahn) zu erreichen. Oft nicht auf Übernachtung ausgelegt

Heute besitzt jede Alpenvereinshütte eine eigene Website. Dort findest Du die besten Informationen zur Buchung. Dies erfolgt in der Regel per Telefon oder E-Mail. Einige Hütten können auch zentral über www.huetten-holiday.de gebucht werden. Die Hütten des Schweizer Alpenvereins können über das Buchungsportal HRS gebucht werden.

Auf den Schutzhütten kannst Du zwischen der Übernachtung im Matratzenlager und im Zimmerlager wählen. Beim Zimmerlager handelt es sich meist um 2-4-Bett-Zimmer. Diese Dinge solltest Du für Deine Übernachtung auf einer Alpenvereinshütte auf jeden Fall dabeihaben:

Zur Übernachtung auf einer Alpenvereinshütte, den Regeln vor Ort und allen wichtigen Informationen und Details haben wir auch einen extra Artikel verfasst.

Vergleich der Schwierigkeitsskalen von DAV, ÖAV und SAC

Besonders wichtig bei der Planung einer Tour ist natürlich zu wissen auf welches Gelände und welchen Schwierigkeitsgrad man sich einlässt. Gibt es viele exponierte Stellen, muss ich komplett schwindelfrei sein und muss ich eventuell auch am Fels die ein- oder andere Klettereinlage hinlegen?

Für die Klassifizierung der Schwierigkeitsgrade von Bergtouren werden von den Alpenvereinen Skalen verwendet, die Dir bei der Einschätzung helfen. Leider unterscheiden sich die Skalen von DAV, ÖAV und SAC.

Damit Du bei der Planung Deiner Bergwanderung in Deutschland, Österreich und der Schweiz etwas Planungssicherheit hast, haben wir einen Vergleich der drei Schwierigkeitsskalen vorgenommen.

GeländetypMerkmaleDAV / ÖAVSAC
TalwegEinfach zu begehen ohne AbsturzgefahrNicht klassifiziert (gelb)T1
Einfacher BergwegTeilweise schmale Wegführung, aber ohne AbsturzgefahrBlauT2
Mittelschwere BergwegeSteil und schmal mit teilweiser Absturzgefahr, einzelne versicherte Passagen, bedingte Trittsicherheit und SchwindelfreiheitRotT3
Schwere BergwegeSteil mit hoher Absturzgefahr, häufige versicherte Passagen, einzelne Kletterstellen, unbedingte Trittsicherheit und SchwindelfreiheitSchwarzT4
Alpines GeländeKeine oder sehr schlechte Wegführung, häufige KletterstellenAlpine RoutenT5 / T6

Wir verwenden auf Sepp am Berg die Schwierigkeitsskala des DAV/ÖAV. Wenn Du Dir unsicher bist, auf welchem Schwierigkeitsgrad Du einsteigen kannst wähle Deine Hüttentour lieber vorsichtig aus. Oft hast Du auch Wegabschnitte mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, dann kannst Du einzelne Schwierigkeiten an testen und Erfahrung sammeln.

Welche Kondition brauche ich zum Bergwandern?

Natürlich ist diese Frage nicht so allgemein zu beantworten. Das hängt wesentlich von Deiner Fitness und von dem gewählten Schwierigkeitsgrad ab. Es gibt aber drei wichtige Regeln, die Dir helfen Dich auf Deine erste Hüttentour oder größere Bergwanderung vorzubereiten:

  • Steigere die Schwierigkeit beim Bergwandern langsam, mache Dich mit Deiner Ausrüstung und Deinen Stärken und Schwächen vertraut, auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit kann man so trainieren
  • Du solltest grundsätzlich immer das Gefühl haben noch über eine Notfallreserve von 20% an Energie zu verfügen, gehe nur an Deine Grenze, wenn es absolut erforderlich ist (zum Beispiel bei einem Schlechtwettereinbruch)
  • Wenn Du Dich überschätzt, oder leichtsinnig handelst gefährdest Du Dein Leben und vor allem auch das Leben anderer

Wir haben uns in einem extra Artikel damit beschäftigt, wie Du eine gute Kondition zum Bergwandern aufbaust. Dort findest Du auch einige Übungen und Tipps wie Du Dich in Form bringen kannst.

Wir wünschen Dir viel Spaß beim Bergwandern auf Deiner ersten Hüttentour. Wenn Dir der Beitrag gefällt teile ihn doch mit Deinen Freunden über Facebook oder Twitter.

Welche Erfahrungen hast Du bisher gemacht? Gibt es noch Tipps und Tricks, die Du für uns parat hast? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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