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Besteigung des Mount Fujiama

Jeder kennt ihn, den schneebedeckten Berg unweit der Millionenmetropole Tokio.

Der Fujiama mit seinen 3770 Metern Höhe überragt die umliegenden Berge und prägt das Bild von Japan nicht nur bei Touristen. Der Vulkankrater hat für Japaner eine fast mythische Bedeutung und so ist es auch zu erklären das jährlich tausende Japaner auf den Gipfel des Mount Fujis steigen.

Lohnt sich die Besteigung des Fujiamas? Diese Frage stellte ich mir auch, technisch ist es keine Herausforderung und in den Sommermonaten ist er von Touristen überfüllt. Also warum den Berg erklimmen?

Schon beim Landeanflug auf Tokio konnte ich den Fujiama erblicken und ich war fasziniert von der Erscheinung des Vulkans. Er ist einfach schön anzusehen und zugleich der höchste Punkt Japans. Und der Aufstiegt dauert nur zwei Tage. Der Entschluss war schnell gefasst. Der Gipfel des Mount Fujiamas musste erklommen werden.

Als erstes stellt sich die Frage, welche Wege gibt es auf den Gipfel?

Es gibt vier Wege die hinauf bis zum Krater des Fujiamas führen.

WegKilometerHöhenmeterGehzeit
Yoshida7,5 km1452 m7h
Gotemba7,8 km2336 m9h
Subashiri7,8 km1750 m7 h
Fujinomiya5,0 km1376 m5 h

Der Aufstieg

Ich wählte den meistfrequentierten Yoshida Wanderweg.

Die meisten Gipfelaspiranten beginnen den Aufstieg an der fünften Station des Weges. Schon beim Eintreffen an der fünften Station erhält man einen guten Eindruck was die nächsten 48 Stunden auf einen zu kommt. Ein Gewusel an Menschen, Tieren und Bussen. Gruppen versuchen sich zu formieren, andere legen Ihre Wanderkleidung an und wieder andere kommen erschöpft vom Gipfel. An den Läden und Restaurant kann man sich nochmals vor dem Aufstieg stärken und in den Schließfächern einige Dinge zurücklassen, beachten sollte man allerdings das die Schließfächer in der Ferienzeit sehr schnell restlos belegt sind. Nach einer kurzen Orientierungsphase ging es also los. Der Weg zum Gipfel ist mit der gewohnten japanischen Präzision natürlich perfekt ausgeschildert.

Der Weg beginnt recht flach und führt am Anfang durch japanische Bergwälder. Leider hat es bei unserem Aufstieg ziemlich geschüttet, dies tat der guten Laune allerdings keinen Abbruch. Die ersten Kilometer sind angenehmer Waldweg mit einigen kleinen Steigungen, mit zunehmender Länge der Wanderung wird die Vegetation aber deutlich karger und der Untergrund wird steiniger.

Nicht überraschen lassen sollte man sich von Lautsprecherdurchsagen die einen auf die Gefahren des Berges hinweisen. Da viele Menschen auf den Gipfel wollen, ist es manchmal nicht möglich langsamere Gruppe zu überholen, daher steigt man in einem sehr gemütlichen Tempo langsam in weiten Kehren dem Krater entgegen.

Der Weg hält Überraschungen parat….

Die Infrastruktur mit erste Hilfe Punkten, Berghütten und kleinen Hütten ist auf keinen Fall vergleichbar mit den bekannten Anstiegen in den Alpen. Auf dem Yoshida Trail ist es kaum möglich mehr als 500 Meter zu wandern ohne an einer Hütte vorbeizukommen.

Der Aufstieg ist recht unspektakulär, der Untergrund wird immer steiniger und am Ende besteht er nur noch aus Vulkanstein.

Die Trinkwasserversorgung ist, gegen Bargeld, gesichert, alle Hütten verkaufen Wasser, allerdings ist die Regel recht einfach, je höher desto teurer wird das kühle Naß.

Endlich an der trockenen Hütte

Nach zirka vier Stunden Aufsteig im strömenden Regen kamen wir an unsere Hütte an. Die Hütten sind klein und bieten nur ein geringes Maß an Komfort. Eine Reservierung ist aber unbedingt notwendig, da in den Sommermonaten und den japanischen Ferien die Hütten regelmäßig vollkommen ausgebucht sind.

Nach einem kurzen Abendessen, welches in Etappen zu sich genommen wird, versuchen wir ein wenig zu schlafen. Dies gelingt nicht wirklich gut, es gibt, wie in Japan üblich keine wirklichen Matratzen sondern Bastmatten als Unterlage. Da die Nacht, für uns aber nur fünf Stunden dauert, ist dies kein Problem.

Der Tag beginnt früh…

Um drei Uhr werden wir von den Geräuschen unserer temporären Mitbewohnern geweckt. Es heißt aufstehen und sich auf den Gipfelsturm vorbereiten.

Nach einem schnellen Frühstück geht es los, in einer scheinbar endlos langen Schlange reihen wir uns ein und folgen den steiler werdenden Kehren Richtung Gipfel. Auch um drei Uhr am Morgen ist überall beschäftigtes Treiben zu beobachten. Fast wortlos und müde zieht die Karawane, Kehre um Kehre dem Sonnenaufgang entgegen.

Im allgemeinen Gänsetritt geht es langsam aber stetig bergauf, bis wir nach ca. zwei Stunden den Gipfel erreichen, wir sind gut in der Zeit und haben noch 30 Minunten bis zum Sonnenaufgang. Schnell die besten Plätze sichern, sich noch einen warmen Tee kaufen und das Schauspiel auf das so viele Menschen warten kann beginnen.

Die Sonne über Fujiama

Da ist er nun, der sagenumwogenen Sonnanaufgang auf dem Fujiama.

wir genießen den Sonnenaufgang in vollen Zügen, doch langsam kriecht die Kälte in unsere Glieder und wir machen uns an den Abstieg. Dieser führt leicht westlich des Gipfels, wiederum gut ausgeschilderet, wieder zur Station Nummer 5. Schnellen Schrittes geht es über Geröll dem Tal entgegen. Der Abstieg ist wenig spannend und so ist man froh wenn man nach zwei Stunden die 5. Station erreicht hat. Trotz der frühen Uhrzeit, es ist gerade neun Uhr, gönnen wir uns ein Gipfelbier und warten auf unseren Bus Richtung Tokio.

Mein Fazit:

fällt leider gemischt aus, der Fujiama ist wirklich ein beeindruckender Berg und der Ausblick ist grandios, aber er ist vollkommen überlaufen, klar das wusste ich vorher, aber das Ausmaß hat mich schon ein wenig überrascht.

Wen viele Menschen nicht schrecken, sollte allerdings auf jeden Fall den Fujiama besteigen.

Nach den Anstrengungen des Gipfelsturms empfehle ich wärmsten ein Besuch in einem traditionellen Onsen. Die warmen Quellen entspannen den geplagten Körper.

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